Eine systemische Arthrosetherapie (Teil1)

Wie funktioniert eine wirksame ganzheitliche Arthrosetherapie?

Es gibt kaum eine Volkskrankheit, über die mehr in der Trivialliteratur geschrieben wird und für die mehr unnütze Präparate angeboten werden als für Arthrose. Die Frage stellt sich trotzdem: Warum wirken kaum Arthrosetherapien trotz vollmundiger Versprechen? Was kann man nach Stand der wissenschaftlichen Forschung wirklich tun, um entweder beginnender Arthrose vorzubeugen oder bestehende Arthrosesymptome zu lindern oder auch die Beweglichkeit nachhaltig zu verbessern?

Dazu muss man trotz aller Schwierigkeiten auf die Ursachen bzw. möglichen Gründe einer Arthroseerkrankung eingehen. Sicher wird oft die genetische Disposition als Begründung genannt, was häufig auch stimmt, das man aber trotzdem präzisieren muss. Natürlich gibt es KEIN Arthrose-Gen, das man einfach ausschalten kann, um Arthrose zu vermeiden.

Doch es gibt genetische Einflüsse z.B. über bestimmte Signalwege. Auch die Versorgung des Gelenkknorpels kann aufgrund verschiedener genetischer Wirkungen verschlechtert sein. Dazu wird viel geforscht und man kennt auch Effekte bestimmter Faktoren in Signalwegen (Zytokine) wie z.B. IGF (insulin growth factor), TNF oder IL-1Beta.

Ob diese Kenntnisse zu einem Heilungsansatz führen können ist nicht klar, da diese Faktoren nicht nur lokalen Einfluß haben, sondern wiederum andere Signalwege beeinflussen, die auch noch weitere Homöostasen (Zellregelgleichgewichte) stören würden.

MRT Bild vom Gelenk

MRT-Bild: arthritisches Kniegelenk mit Schwellung und Entzündung

Grundlegend ist festzustellen, dass der hyaline Knorpel der Gelenke fast ausschließlich durch die Chondrozyten, die Fibroblasten und die interzelluläre Matrix (um die Chondrozyten herum) gebildet wird. Dieser hyaline Knorpel enthält hauptsächlich eingelagertes Wasser, das durch eine Matrix aus verschiedenen Kollagenen (Typ 2) gebunden wird. Vor allem besteht diese Matrix aus dem Kollagen Typ 2, das bestens geeignet ist sowohl Wasser zu binden als auch, flexibel aber überaus stabil, die Matrix widerstandfähig macht und zusammenhält.

Die Versorgung der Chondrozyten erfolgt über die Synovia, die Gelenkflüssigkeit, in die von den Synovialzellen Nährstoffe abgegeben werden. NUR durch Diffusion in der Synovia selbst und dann im hyalinen Knorpel werden diese Nährstoffe zu den Chondrozyten und Fibroplasten transportiert. Das Gleiche gilt übrigens auch für einen Teil der Signal- bzw. Botenstoffe.

Chondrozyt mit Rezeptoren, Homöostasen, Zellmetabolismus und Transkription

Chondrozyt mit Rezeptoren, Homöostasen, Zellmetabolismus und Transkription (vereinfacht)

Die Chondrozyten produzieren über Transkription die Matrix- bzw. die Knorpelbestandteile, wofür sie mit den entsprechenden Nährstoffen versorgt werden müssen. Diese Zellen verfügen über eine Vielzahl von Rezeptoren und Sensoren. Durch lange Signalketten aus Enzymen (Zytokinen) oder durch sensorischen Umgebungseinfluss, wie z.B. Druck auf den Knorpel bzw. das Gelenk, werden die Chondrozyten motiviert Vorformen (Proteoglykane) z.B. der Hyaluronsäure etc. zu produzieren und aus den Zellen hinauszutranportieren. In der Zellumgebung, der Matrix, erfolgt dann der finale Zusammenbau der verschiedenen langkettigen Moleküle des hyalinen Knorpels.

Gibt es nun Störungen der Versorgung, der Sensorik oder der Signalketten, wird weniger resistenter Knorpel gebildet. Damit beginnt die Arthrose. Dieser weniger resistente Knorpel fängt an sich abzunutzen, bis letztlich Knochen auf Knochen reibt, was zu heftigen Entzündungen und noch stärkeren Schmerzen führt – das Krankheitsbild der Arthrose. Zu unterscheiden und differentialdiagnostisch außzuschließen sind andere schmerzhafte Gelenkerkrankungen, die auch zu einer Beschleunigung einer Arthrose führen können.

hyaliner Knorpel

Aufbau: hyaliner Gelenkknorpel

Es ist also festzustellen, dass die Ursachen für eine Arthrose vielschichtig sind und man bis heute NICHT die eine Ursache feststellen kann, was auch eine mögliche Therapie entweder sehr kopliziert oder gar unmöglich macht.

Im Laufe der Jahre sind viele Therapiemöglichkeiten erforscht worden, die zum Teil auch mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt werden. Das geht von homöopathischen und physikalischen Therapieformen, der minimalinvasiven arthroskopischen Chirurgie, den Injektionen direkt ins Knie, der Chondrozyten-Transplantation bis hin zum vollständigen Gelenkersatz.

Vielleicht wird an dieser Stelle bereits klar, warum es nur in wenigen Fällen hilft, ein oder mehrere Kapseln oft undefinierbarer Arthroseprodukte einzunehmen. Nach dem Motto hoffentlich wenig Schaden, aber auch wenig Nutzen, werden unzählige Arthrose-Präparate von mehr oder weniger bekannten Firmen vertrieben, bei denen jedoch nur wirklich eines sicher ist: Die Menge oder die Liste der Hilfs-, Zusatz-, Geschmacks- und Konservierungsstoffe ist fast immer länger als die Anzahl der vermeintlichen Wirkstoffe. Um die Therapiemöglichkeiten zu forcieren und zu bündeln und um dadurch synergetische (zusammenwirkende) Effekte zu erzielen, ist die moderne wirksame Arthrosetherapie deutlich breiter aufzustellen.

Eine wichtige und auch wirklich beeinflussbare Möglichkeit ist dabei die Versorgung der Chondrozyten mit Nährstoffen. Ein Teil der Schwierigkeiten wurde bereits aufgezeigt: der Transport der Nährstoffe über die Synovia in den Knorpel. Notwendig ist es, ganz vorne an der „Versorgungskette“ zu beginnen, bei der Ernährung. Kurz vorweggenommen, sei gesagt: Nur das, was man auch zu sich nimmt an hochwertigen Nährstoffen, kann dann über lange Verarbeitungsketten durch Magen, Darm und Blut auch in der Synovia und bei den Chondrozyten ankommen.

Dabei spielen sehr viele Faktoren, wie immer im menschlichen Organismus, eine Rolle. Nehmen wir ausreichend die richtigen Nährstoffe zu uns, werden diese richtig aufgeschlossen (verdaut) und können sie dann im Darm auch wirklich über viele verschiedene intestinale Mechanismen ins Blut aufgenommen werden?
Häufig muss bei Arthrose auch parallel eine Fehl- oder Einseitige-Ernährung sowie eine gestörte Verdauung diagnostiziert werden. Häufige Verstopfung, Diarrhoe oder ständig wechselnder Stuhlgang sind relativ deutliche Zeichen einer gestörten Verdauung.

Gelenkaufbau Synovia Arthrose

Gelenkkapsel mit Membrana Synovialis und Synovialzellen

Neben einer Fehlernährung können auch Erkrankungen und Medikamente (Antibiotika) zu einer Störung des intestinalen Mikrobions führen, was zu einer nachhaltigen Mangelversorgung nicht nur, aber auch der Chondrozyten führen kann: da deren Versorgungsweg noch zusätzlich sehr lang ist.

Störungen des Blutes oder Blutkreislaufes als Transportmedium, z.B. durch eine Übersäuerung, stören auch die innere Versorgung mit Nährstoffen. Eine Übersäuerung (Azidose) kann zu einer Beeinflussung unter anderem der Erythrozyten führen. Die roten Blutkörperchen können sich in saurem Millieu nicht so gut verformen (Erythrozytenstarre), dadurch wird die Sauerstoffversorgung über die feinen Kapillargefäße deutlich verschlechtert. Das Blut insgesamt fließt langsamer, was zu einer mangelhaften allgemeinen Versorgung führt.

Nicht zuletzt muss man die Nährstoffe jedoch auch tatsächlich zu sich nehmen. Es gibt zwar heute kaum noch eine Unterversorgung mit Vitaminen, ausgenommen B12, Folsäure und Eisen. Aber Vitalstoffe wie z.B. sekundäre Pflanzenstoffe oder hochwertige Proteine sind in der oft sehr kohlehydrat- und fettreichen Ernährung zu wenige enthalten. Auch verschiedene Aminosäuren scheinen mit zunehmendem Alter oder Fehlernährung nicht so gut aufgenommen zu werden.

Genau hier, an allen diesen Fronten, muss eine sinnvolle erfolgversprechende Arthrosetherapie ansetzen. Die Versorgung mit den richtigen Nährstoffen zur Therapie der Arthrose muss optimiert werden, d.h. sie müssen in entsprechender Dosierung und Darreichung zugeführt und die Aufnahme und der Transport muss verbessert werden.

Membrana Synovialis mit Synovialzellen, Fibroblasten, Kapillargefäßen und Synovia

Membrana Synovialis mit Synovialzellen, Fibroblasten, Kapillargefäßen und Synovia

Dazu gehört auch eine Bewegungstherapie, denn nur dadurch kommt auch der an letzter Stelle der Versorgungskette stehende Transport (Diffusion) über die Synovia, auch wirklich zu Stande. Diese Bewegungen sind bei fortgeschrittener Arthrose oft nur sehr schwer oder unter hohen Schmerzen realisierbar. Aber gerade hier schließt sich auch der circulus vitiosus (Teufelskeis), denn ohne Bewegung wird die Versorgung des Knorpels durch die Synovia immer schlechter. Dies führt wiederum zu einer zusätzlichen Beeinflussung der Proteoglykan-Bildung in den Chondrozyten und letztlich zu geringerer Bildung von Kollagen Typ II, was die Widerstandfähigkeit des hyalinen Knorpels weiter senkt.

Zur Förderung der Bewegungsmöglichkeit arthrotischer Gelenke muss auch oft konventionell oder adjuvant mit schmerzstillenden Produkten unterstützt werden. Leider bergen diese Medikamente, die sog. NSAR (Non-Steriodale Anti-Rheumatika), viele Risiken durch Neben- und Wechselwirkungen. Es gibt sehr wenige Alternativen, aber es gibt Möglichkeiten die Dosierung zu senken oder langfristig diese NSAR ganz zu ersetzen.
Der große Vorteil dieser Alternativen ist, dass sie auch Entzündungen und Schwellungen reduzieren oder wenigstens klassische NSAR, die ja über antiinflamatorische und antirheumatische Eigenschaften verfügen, durchaus sehr gut unterstützen können.

Aufnahme von Aminosäuren

Transportmechanismen der Epithelzellen im Dünndarm zur Aufnahmevon Aminosäuren und Peptiden (stark vereinfacht)

Die Versorgung der Chondrozyten mit Mikronährstoffen und die Normalisierung der Signalketten ist ein wesentlicher Beitrag, der geleistet werden kann, um eine Arthrose positiv zu beeinflussen. Es zeigt sich aber auch deutlich, dass nur eine Kapsel, mal kurzfristig eingenommen, kaum eine echte Wirkung und nachhaltige Verbesserung bringen kann.

Kommen wir an dieser Stelle noch zur Qualität der Wirkstoffe. Natürlich möchten alle Unternehmen Geld verdienen, das ist überall so und auch legitim. Was allerdings kritisch ist, wenn hohe Qualität und Wirksamkeit ausgelobt sind, diese aber letztlich nicht geliefert werden. Oft fehlen auch die objektiven und für den Verbraucher nachvollziehbaren Maßstäbe: Wann ist Chondroitin gut, welche Dosierung braucht es, wie lange muss man es einnehmen? Alles Fragen, die der Patient schwer beantworten und/oder beurteilen kann. Was kann oder darf als Wirkung erwartet werden? Hier gibt es die größten Differenzen zwischen Erwartung und Leistung. Sicher ist es überzogen, bei nahezu vollständig zerstörtem Knorpel von einer Therapie mit Nahrungsergänzungsmitteln zu erwarten, dass eine komplette Funktionsfähigkeit oder Schmerzfreiheit wieder hergestellt werden kann. Arthrose ist eine schwere, kaum reversible Erkrankung. ABER je früher, je intensiver und je konsequenter die Therapie beginnt, desto eher darf ein echter nachhaltiger Erfolg erwartet werden.

Eine wichtige Angabe, die jeder kontrollieren kann: Ist das Produkt auch WIRKLICH in Deutschland produziert oder wird es nur hier verkauft? Gerade da wird im Internet viel getäuscht. Sehr wichtig sind auch die Zutaten: Welche Hilfs-, Zusatz-, Geschmacks-, Konservierungs-, Feuchthalte- und Farbstoffe sind enthalten? Vor allem, wenn man die Produkte länger einnehmen muss, ist das ein ganz entscheidendes Qualitätsmerkmal.

Oft werden auch anstelle von echten hochkonzentrierten und teuren Extrakten nur getrocknete Pulver, z.B. der Gesamtpflanze, verwendet. Weihrauch ist das beste Beispiel: Ist ein echter Bosweliaextrakt hochdosiert verwendet oder wird nur Weihrauch bzw. eine allgemeine Weihrauchmenge angegeben? Natürlich hat die Dosierung einen direkten Einfluss auf die Wirksamkeit, was leider für den Verbraucher oft sehr schwer oder gar nicht zu erkennen ist. Er wundert sich nur, warum das Produkt nicht wirkt.

Glucosamin und Chondroitin

Es wird sehr oft diskutiert, ob und wie Chondroitin und Glucosamin bei Arthrose wirken können. Tatsächlich gibt es viele hundert wissenschaftliche Studien zu diesem Thema. Zusammenfassend kann eindeutig gesagt werden, dass sowohl Glucosamin als auch Chondroitin positive Wirkungen bei Arthrose haben können. Warum „können“? Auch die Wirksamkeit bzw. der Grad der Wirksamkeit hängt von vielen Faktoren, wie oben aufgezeigt, ab. Da diese Wirkstoffe oral einzunehmen sind, d.h. sie müssen durch die gesamte Verdauung hindurch und werden letztlich vom Darm ins Blut aufgenommen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen wie und in welcher Form Glucosamin und Chondroitin über intestinale Transportmechanismen aufgenommen bzw. wie diese vorher zerlegt werden. Es gibt auch Evidenzen, die zeigen, dass auch eventuell eine direkte Aufnahme ins Blut über die tight junktion zwischen den Epithelzellen möglich sein kann. Man geht aber von einem eher geringen Anteil aus. Klar ist aber auch, dass alle Wirkstoffe, die wir einehmen, ob Glucosamin, Chondroitin oder auch Hyaluronsäure in zerlegter Form, also in Fragmenten, aufgenommen werden. Erwiesen ist also, dass weder Glucosamin noch Chodroitin und auch nicht Hyaluronsäure in diesen oral eingenommenen Formen in den Chondrozyten ankommen und so auch nicht direkt in den hyalinen Knorpel eingebaut werden. Nur die Chondrozyten und die Fibroblasten in der umgebenden Matrix sind in der Lage, die Knorpelbausteine und vor allem das Kollagen Typ II so zu produzieren, dass es im hyalinen Knorpel eingebaut werden kann.

Auch von der Hyalurosäure nimmt man an, dass über die tight junctions zwischen den Epithelzellen ein kleiner Teil direkt ins Blut aufgenommen werden kann, um dann an bestimmten Rezeptoren der Chondrozyten (CD44) anzudocken und so eine erhöhte Knorpelproduktion zu animieren.

Es konnte auch gezeigt werden, dass die Qualität von Chondroitin, Glucosamin und auch Hyaluronsäure einen deutlichen Einfluss auf die Wirksamkeit hat.

Der entscheidende Punkt bei der Gabe von Glucosamin UND Chondroitin in der Arthrosetherapie ist die getrennte Einnahme von hochwertigem Glucosamin und Chondroitin. Es ist letztlich noch nicht geklärt, wie die Aufnahme im Darm erfolgt. Man geht aber davon aus, dass sich Glucosamin und Chondroitin bei gleichzeitiger Gabe gegenseitig bei der Aufnahme behindern. Auch das kann ein ganz wichtiger Grund sein, warum dies Präparate bei gleichzeitiger Einnahme kaum wirken.

Zudem wurde eindeutig festgestellt, dass diese drei Wirkstoffe eine noch intensivere Wirkung haben, wenn einige der erwähnten Einflussfaktoren (Ernährung, Azidose, Bewegung) entweder bereits berücksichtigt sind oder durch weitere Therapie unterstützt werden.

Zusammenfassung: Arthrosetherapie

Arthrose ist eine schwere Erkrankung, die kaum reversibel ist. Trotzdem kann man mit einer konsequenten nachhaltigen und hochwertigen Behandlung Verbesserungen erreichen. Wichtig ist dabei, dass diese Therapie RECHTZEITIG und konsequent durchgeführt wird.
Eine angepasste Ernährung, Reduzierung von Gewicht und ausreichend Bewegung gehören genauso dazu, wie die konsequente Versorgung der Gelenke mit den entsprechenden Nährstoffen. Auch alternative Methoden können eine weitere Verbesserung bringen, da diese eventuell das Knorpelwachstum, die Kollagenproduktion und die Chondrozyten selbst stimulieren können. Auch die Signalwege sind durchaus durch verschiedene noch unbekannte Faktoren zu animieren.
Wichtig ist rechtzeitig eine nachhaltige, langfristige und hochwertige Therapie, alles andere ist nicht erfolgversprechend!

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Literatur zum Thema Arthrose

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