Kalium (Mineralstoff)

Mit 5% des Gesamtmineralstoffanteils ist Kalium nach Kalzium, Phosphor und Schwefel das vierthäufigste Element des Körpers. 98% des gesamten Kaliums befinden sich im Zellinneren.

Funktionen

Als Gegenspieler (Antagonist) von Natrium reguliert Kalium den Wasserhaushalt, das Säure-Basen-Gleichgewicht, die Nervenreizleitung, die Muskelkontraktionen sowie das Membranpotenzial, also die elektrische Span­nung an der Zellmembran. Viele zelluläre Enzymsysteme hängen vom Kaliumhaushalt ab.

Störungen des Kaliumhaushalts: Ursachen

  • einseitige Ernährung, unzureichende Zufuhr
  • Verluste bei der Nahrungszubereitung (Kochen, Waschen)
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • übermäßige Kochsalzzufuhr
  • Magnesiummangel stört den Kaliumhaushalt
  • Verbrennungen, Verletzungen
  • Stress
  • Verluste durch Erbrechen, Durchfall
  • Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • Therapien mit gewissen Diuretika (Medikamente zur Entwässerung)

Störungen des Kaliumhaushalts: Folgen

Oft sind die äußerlich erkennbaren Anzeichen einer Störung des Kaliumhaushalts unspezifisch:

  • Müdigkeit
  • Verstopfung
  • Schwindel
  • Muskelschwäche
  • Veränderungen der Herztätigkeit (Arrhythmien oder gesteigerte Herzschlagfrequenz)
  • Absinken des Blutdrucks und des Blutzuckers

Zufuhrempfehlungen

Die aktuellen Empfehlungen für eine adäquate Zufuhrmenge für Kalium beträgt 4,7 g/Tag. Die ungefähre durchschnittliche Zufuhrmenge in der Bevölkerung liegt zwischen 3-4 g/ Tag. Eine ausreichende Versorgung mit Kali­um kann bei einer vollwertigen Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an Frischkost erreicht werden. 

Bluthochdruck:
Die Verbesserung der Kaliumbilanz reduziert generell das Risiko für einen zu hohen Blutdruck (ca. 2 g Kalium/Tag).

Darmverstopfung:
Wer längere Zeit Abführmittel verwendet (auch pflanzliche), gerät womöglich in einen Teufelskreis. Durch das Abführen verliert der Körper Kalium. Der Kaliummangel seinerseits bewirkt eine zunehmende Darmträgheit, die aber durch weitere Abführmittel nur verschlimmert wird.

Durchfall, Erbrechen, Verbrennungen: 

Bei länger dauerndem Durchfall, Erbrechen und bei großflächigen Verbrennungen sollte der Kaliumverlust, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, rechtzeitig kompensiert werden.

Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall:
Kaliummangel, der auch bei normalen Serumwerten gefunden wird, kann zu Arrhythmien (unregelmäßigem Herzrhythmus) führen. Bei den meisten Patienten mit Rhythmusstörungen können jedoch niedrigere Kaliumwerte in den roten Blutkörperchen gemessen werden. Diese Werte sowie auch das EKG können nach der Behandlung mit Kalium (unter ärztlicher Kontrolle) normalisiert werden. Gleichzeitig mit Kalium sollte stets auch Magnesium genommen werden, da der Herzmuskel Kalium bei Magnesiummangel nicht halten kann. Kalium wirkt zudem hemmend auf die Thrombozytenaggregation. Eine ausreichende Kaliumzufuhr reduziert das Risiko eines Schlaganfalls.

Ödeme (Ansammlung von Wasser):
Durch die Bevorzugung kaliumreicher Kost (und eventuell durch die Einnahme von Kaliumpräparaten), durch die Reduktion der Natriumzufuhr sowie durch eine harnmengenbezogene Einschränkung der Trinkmenge wird eine Verbesserung des Natrium-Kalium-Verhältnisses und der Flüssigkeitsbilanz angestrebt. 

Osteoporose:
Neuere Daten zeigen, dass Kalium einen positiven Einfluss auf die Knochendichte haben könnte.

Sport, Muskel- und Kreislaufschwäche, Krämpfe: Kaliummangel kann zu Muskelschwäche, eventuell auch zu Muskelkrämpfen führen, was besonders für Leistungssportler von Bedeutung ist, da diese über den Schweiß teilweise beträchtliche Mengen Kalium verlieren. Unter intensiven Trainings- und Wettkampfbedingungen können die Kaliumverluste bis zu 10 g täglich betragen.

Stimmungsschwankungen, Müdigkeit:
Kaliummangel ist oft mit Stimmungsschwankungen und Müdigkeit verbunden. Die Mobilisierung der Glykogenreserven (Speicherform des Traubenzuckers) ist beeinträchtigt. Es treten Ermüdungs- und Erschöpfungszustände ein, da der Blutzuckerspiegel absinkt und es zu den Symptomen einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen kann.

Überdosierung

Ein Kaliumüberschuss kann zu Herzrhythmusstörungen, Schwäche- und Angstzuständen, Blutdruckabfall, Verwirrung sowie zu einer Gefühllosigkeit der Hände und Füße führen. Nach der Einnahme von Kaliumpräparaten kann es in seltenen Fällen zu Durchfällen und Erbrechen kommen. Personen mit Nieren- oder Herzerkrankungen sollten deshalb Kaliumpräparate nur unter Aufsicht eines Arztes einnehmen.

Nahrungsmittel

Menge

mg Kalium

Sojamehl

100 g

1870

Weiße Bohnen

100 g

1310

Linsen

100 g

810

Bananen

200 g

790

Spinat

100 g

635

Weizen- und Roggenvollkorn

100 g

500

Kartoffeln

100 g

440

Obstsäfte

0,3 l

300-525

Gemüse

200 g

400-600

Nüsse, Mandeln

50 g

225-420

Fisch

100 g

300-400

Fleisch

100 g

280-350

Ballaststoffreiche Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, allmähliches Reduzieren der Abführmittel, körperliche Aktivität, Stressreduktion und Kaliumzufuhr können aus dem Teufelskreis wieder hinausführen.

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